Zahari Stoyanov in den Sondersammlungen der 
Regionalen Bibliothek Lyuben Karavelov – Russe

Eine der wertvollsten Sammlungen der Bibliothek in Russe ist die persönliche Büchersammlung von Akad. Mihail Arnaudov. Die Büchersammlung ist als einer eigenständiger Bestand unter dem Namen „Buchbestand Mihail Arnaudov“ abgesondert. Über 7000 Autoren - Handschriften, Bücher, Periodika, Bilder zeugen vom monolithischen Schöpferwerk des berühmten Wissenschaftlers, von seinen wissenschaftlichen Interessen, intellektuellen und menschlichen Beziehungen mit Wissenschaftlern, Schriftstellern, Funktionären der bulgarischen und der europäischen Kultur. Unzweifelhafte Würde der Bibliothek sind die Bücher und Artikel, die mit zahlreichen Handbemerkungen, Ergänzungen, Korrekturen im Text verziert sind. Sie haben bibliographischen und verweisenden Charakter, sie verdeutlichen die Geschichte der Ausgaben oder die Biografien ihrer Autoren.

Eine interessante Parallele zwischen Lyuben Karavelov, Zahari Stoyanov und Ivan Vazov macht Akad. Arnaudov n seinem bedeutsamen Wer über das Leben und der Schöpfung von Lyuben Karavelov, herausgegeben im Jahre 1964 vom Literaturinstitut bei der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. Das in der Sammlung aufbewahrte Exemplar der ersten Ausgabe hat auf der Titelseite die Unterschrift von Arnaudov und die Bemerkung: „Exemplar І 29 Mai 1964“. Wenn er über die „Extremen in der Polemik“ von Karavelov und über seine „giftige Pfeile“ schreibt, macht er Vergleich mit einem „unserer Pamphletenmeister wie Zahariy Stoyanov“ und nennt ihn den „seelenverwandten Schüler von Karavelov“.

Weiter im Text zitiert Akad. Arnaudov Ivan Vazov, der n seinem Roman „Neues Land“ (Kapitel „Markos Nachfolger“) hervorhebt: „dieser Schäfer von Bedeutung in der Geschichte […] hatte die grausame Macht der populären Sprache, die die Menge bezaubert und je mehr böse und giftig sie ist, desto länger bleibt sie im Gedächtnis … Die erste Ausgabe des Romans „Neues Land. Ein Roman aus dem Leben der Bulgaren während der ersten sieben Jahre nach der Befreiung in sieben Teilen“ aus dem Jahre 1896 ist auch in der Sammlung. Im Buch sind zahlreiche Unterstreichungen im Text und Bemerkungen in den Rändern, auch über Zahari Stoyanov.

In der kostbaren Sammlung werden drei Bücher von Dzhendo aufbewahrt, das älteste davon ist „Der Aprilaufstand“, herausgegeben im Jahre 1917 vom Stab der aktiven Armee in Sofia in der Reihe „Die Feldbibliothek des Soldaten“. Das nächste Buch ist das im Jahre 1940 in Sofia herausgegebene Buch „Die Freischaren von Filip Totyu, Hadzhi Dimitar und Stefan Karadzha in Bulgarien“. Im Buch hat Mihail Arnaudov folgenden Text unterstreicht: „Die kleine Schar von Totyu, mehrmals verspottet, hat die Aghas am Bosporus am meisten erschüttert, sie hat die Aufmerksamkeit des zivilisierten Europas auf die Bulgaren aufmerksam gemacht, und nicht zuletzt sie hat das neue Wort Komita (Rebell) eingebürgert, das Wort, das dem türkischen Verfall den Anfang gegeben hat …“.

Das Buch „Hristo Botev. Biographieversuch“, herausgegeben im Jahre 1966 in der Rubrik „Bibliothek Bulgarien in Gestalten. Bücher über prominente Bulgaren“ wird in der persönlichen Bibliothek von Akademiker Arnaudov aufbewahrt.

Wir finden mehr Bemerkungen und Unterstreichungen im Text in den Büchern und in den Ausdrucken, die die Tätigkeit und das Werk von Zahari Stoyanov betreffen, zwar sieben in der Sammlung. In der Bibliothek des Akademikers finden wir das Buch des Forschers von Zahari Stoyanov Georgi Konstatinov „Zahariy Stoyanov als Publizist und Schriftsteller“, herausgegeben aus Anlass des hundertjährigen Jubiläums von seiner Geburt im Jahre 1952. Auf den Seiten dieses Buches hat Mihail Arnaudov vielmals mit Bleistift unterstrichen, sowie ein Stückchen Papier auf Seite 78, wo er den folgenden Text unterstrichen hat: „Wenn wir diese intime Familientexte lesen, müssen wir uns wiederum daran erinnern, dass Zahari Stoyanov geistig in der Familie Obretenov aufgewachsen ist, unter den Söhnen und Töchtern von Großmutter Tonka. Sie – am meisten Nikola Obretenov – haben ihn in die Revolutionsbewegung eingeführt, sie unterstützen ihn, sich selbstzubilden, sie erkannten als erste seine außerordentliche Begabung, sie unterstützen ihn bei der Schaffung aller seiner Werke. Ohne Angel und Nikola Obretenovi und ohne diesen forschrittlichen und tapferen Geist in der Familie von babaTonka wäre Zahari Stoyanov nie das geworden, was er ist, er würde nie die „Scharen“, „Notizen“, Botevs Biographie“ schreiben.

Einige Ausdrücke haben ihren Platz in der Bibliothek: „Bulgarien zu erbauen ist ein Muss, leben ist nicht notwendig“; „Suchen Sie keine Rechnung mehr … !“ – beide Texte sind von Nikola T. Balabanov aus Anlass des fünfzigjährigen Jahrestags vom Tod von Zahari Stoyanov. Die Ausdrücke sind aus den Zeitschriften „Slavyanska beseda“ und „Schulrundschau“.

Auf der Titelseite von „Zahariy Stoyanov. Gesellschaftliche und politische Tätigkeit“ lesen wir ein Autogramm des Verfassers der Studie: „An Prof. Arnaudov hochachtungsvoll. Sofia. 4.ХІІ.1950 Hr. Hristov“. Auf Seite 6 hat der Professor die erste Fußnote unterstrichen und im Rand geschrieben N. H. Die Bemerkung lautet, dass im Weiteren die nicht herausgegebenen Werke von Zahari Stoyanov mit N. H. vermerkt werden.

Arnaudov selbst hat eine Rezension über die unter der Redaktion von Asparuh Emanuilov erschienene „Nicht herausgegebene Werke“ von Zahari Stoyanov, die in seinem Archiv gefunden wurden. Sie wurde in der Zeitschrift „Bulgarska misal“ (Das Denken Bulgariens), in den Heften 7 - 8 im Jahre 1943. Laut Mihail Arnaudov, obwohl die enthaltenen Materialien und Briefwechsel nicht gut geordnet sind, werde sie zur mehr einheitlichen Vorstellung über die Persönlichkeit von Zahari Stoyanov beitragen.

Wir finden noch ein wertvolles Autogramm eines Forschers von Zahari Stoyanov. Auf Ausdruck der Werke von der Wirtschaftshochschule – Varna vom Jahre 1958 unter dem Titel „Ivan Vazov und Zahari Stoyanov. Literarische Beziehungen und Einflüsse“. Dimo Monev hat geschrieben: „Meinem geehrten Lehrer Prof. М. Arnaudov als Andenken und mit Glückwünschen für viele Jahre in der Zukunft. 9.ХІІ.1958 D. Minev“.

In der persönlichen Bibliothek von Mihail Arnaudov werden aufbewahrt die Werke mit Autoren Lyuben Karavelov und Hristo Botev, die Zahari Stoyanov redaktiert und für druck vorbereitet, indem er sich streng beim authentischen bleibt.

Die Werke von Lyuben Karavelov sind in der Periode 1886 – 1888 in Russe in acht Bändern herausgegeben, in der Druckerei von Natalia Karavelova. Im achten Band hat Akad. Arnaudov auf den Seiten von eins bis 20 mehrere Korrekturen, Bemerkungen, Korrekturen n Übereinstimmung mit der neuen Rechtschreibung eingetragen. Auf der Titelseite von Band acht zeichnet sich ein Rundstempel mit der Aufschrift „Buchhandlung. Buchbinderei. A. M. Piperov. Russe.“. Andrey Marinov Piperov ist ein Buchbinder zweiter Generation, der direkt nach der Befreiung arbeiten begonnen hat. Er genießt Respekt in Russe und die Bücher vieler prominenten Bewohnern von Russe tragen sein Firmenetikett. Und hier stoßen wir auf eine merkwürdige Tatsache – wegen seiner guten Arbeit und niedriger Preise hat Piperov die Ausschreibung für die Bindung der Bücher der Stadtbibliothek in Russe gewonnen.

Die Herausgabe der Werke von Botev empfindet Zahari Stoyanov als Errichtung eines geistigen Denkmals des Schiftstellers. Sie sind im Jahre 1888 herausgegeben worden und enthalten Gedichte, politische Artikel, Zeitungsbeilagen. Auf der Titelseite steht die Unterschrift von М. Arnaudov und Datum 20.ІІІ.1896.

Im zweiten Teil des Berichts stellen wir die Werke von Z. Styoanov vor, die bis zum Jahre 1900 herausgegeben wurden und die im Bestand der Seltenen und wertvollen Ausgaben aufbewahrt werden. Das sind 13 Titel, wobei 7 davon in Russe gedruckt sind. Das erste eigenständig herausgegebene Werk von Zahari Stoyanov ist die Broschüre „Iskender Bey“, die im Jahre 1882 veröffentlicht und von Nikola Obretenov herausgegebenen wurde. Darunter sind auch die Broschüren: „Lyuben Karavelov und seine Verleumder“, „Es war nicht die richtige Zeit”, „Die gekrönten Nihilisten in Bulgarien“, die Broschüre „Was haben wir in Tarnovo gemacht? Abrechnung vor meiner Wähler in Plovdiv, Kotel und in den Bezirken“; die Ersten Ausgaben der Bücher: „Die Freischaren von Filip Totyu, Hadzhi Dimitar und Stefan Karadzha ” (1885), „Hristo Botyov. Biographieversuch“ und „Chardavon der Große“ (1887) und „Notizen über die bulgarischen Aufstände“, die zweifellos den zentralen Platz unter den Werken von Zahari Stoyanov belegen. Im Volltext des Berichts stellen wir interessante Tatsachen über die in der Regionalen Bibliothek Lyuben Karavelov aufbewahrten Ausgaben und Exemplare vor.